Die Anfänge bis in das Jahr 1920
Die Visitenkarte von Henri Selmer

Die Anfänge - von 1885 bis 1920

Henri Selmer (*geboren 1858 in Mézières, 2. Kind von Charles Frédéric Selmer), selbst graduierter Klarinettist des Pariser Konservatoriums sowie Solist der "Garde Républicaine" und Klarinettist an der "Opéra Comique", begann seine unternehmerische Tätigkeit im Jahr 1885 mit der Herstellung von Blättern und Mundstücken. Zahlreiche und gute Kontakte und ein großer Bedarf an qualitativ hochwertigem Spielmaterial für Klarinette ließen bald eine Vergrößerung des Sortiments zu. Im Jahr 1898 begann er mit der Hilfe eines Angestellten mit dem Bau von Klarinetten in der Werkstatt am Place Dancourt, am Fuß des Montmartre in Paris. Im selben Jahr wird sein Bruder Alexandre Soloklarinettist beim Boston Symphony Orchestra, wo er bis 1901 spielte. Der Erfolg stellte sich schnell ein: Bereits 1905 erhielt Henri Selmer eine Goldmedaille auf der Weltausstellung in Saint Louis. Durch Alexandre Selmer's Tätigkeit fasste man in Amerika sehr schnell Fuß. Auf diese Weise hat sich Selmer Paris von Anfang an in der internationalen Szene positioniert.

Henri & Alexandre Selmer

Im Jahr 1910 stellte der Betrieb ein Dutzend Facharbeiter Seite an Seite mit Henri ein. Der Katalog füllte sich zunehmend. Selmer bot zahlreiche Modelle wie Oboen, Fagotte und Flöten an, neben den Klarinetten, Mundstücken und dem Zubehör.

Alexandre Selmer begann schon früh in den USA mit dem Verkauf der Klarinetten seines Bruders. Ab 1909 spielte Alexandre Selmer im New York Philharmonic Orchestra unter Gustav Mahler. Im Jahr 1910 kehrte er jedoch endgültig zurück nach Paris und legte die amerikanischen Geschäfte in die Hände eines seiner Studenten: Georg Bundy. Daraus sollte später einmal die eigenständige Firma SELMER USA mit einer eigenen Instrumenten-Produktion hervorgehen.


Der wachsende Absatz der Marke erforderte die Eröffnung einer neuen Produktionsstätte in der Region um Paris.

Henri Selmer und Mitarbeiter am Place Dancourt

 Im Jahr 1919 - das Pariser Firmengebäude war hoffnungslos überfüllt - bezog SELMER eine Werkstatt in Mantes-La-Ville, außerhalb der Hauptstadt, welches auch heute noch der Standort der Produktionsstätte ist. Dort hatten sich bereits einige etablierte Saxophonbaufirmen niedergelassen, wie zum Beispiel Dolnet oder Evette-Scheaffer. Maurice Selmer, der Sohn von Henri sowie seine beiden Schwiegersöhne Henri und Maurice Lefèvre wurde der Aufbau und die Organisation der Produktionsstätte anvertraut. Gerade noch rechtzeitig für die "Goldenen 20er Jahre" und den Siegeszug des Saxophons in der aufkommenden Jazzmusik.

 

Henri und Maurice Selmer (links) Henri und Maurice Lefèvre (rechts) - der Selmer Katalog aus dem Jahr 1910

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